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Ja, ich fang mal am Besten schon mit dem Hinflug an ! Nach 4 Stunden Flugdauer kamen die ersten Gedanken auf… warum eigentlich immer Gomera??? Eigentlich könnte ich jetzt, wäre ich nach Italien geflogen, schon am Strand sitzen und das Dolce Vita genießen. Aber es sollte ja wieder Gomera sein. Als das Ziel dann abends endlich erreicht war und wir uns mit dem Handgepäck Richtung Playa auf den Weg machten, hatten man das Gefühl wieder nach Hause zu kommen. Alles sah unverändert aus, nur das Handgepäck (10kg) wurde langsam immer schwerer, und warm war das ! Also erst einmal eine Pause beim Babybeach und ein Eis geschlabbert. So nu auf zum Rest! Nach der üblichen Einführungsrunde von Seniora Luz, zu wievielten Mal bin ich hier eigentlich??, konnten wir endlich auf dem Balkon die herrliche Aussicht und die unterwegs erstandenen Doraden genießen. Ja !!! So war und ist das hier!!Im Sommer kaum lästiger, und vor allem warmer, Wind. Am nächsten Morgen, nach dem Aufstehen, erst einmal eine riesige Freude über den Sandstrand. SSAAAAAAAAND!!!! Das gefiel dem Sandner! Also schnell Brötchen gekauft, vorher noch mal schnell die Wassertemperatur durch ein Ganzkörperbad getestet, und dann ein gemütliches üppiges Frühstück mit Meerblick ! Super !!! Um ca. 10 Uhr erhob sich dann die Sonne über den Bergen und schaltete die Heizung an. Um 11 Uhr habe ich mich gefragt ob nicht mal jemand so freundlich wäre und eine kleine Wolke mitführen könnte die meinen Platz so ein wenig beschatten könnte, aber der Strahler war erbarmungslos! Also Sonnenschutzfaktor 50 auf die Haut, ein wenig im Tal rumtollen und den Kühlschank auffüllen. Um kurz nach Mittag war ich heilfroh wieder im Apartment zu sein und, mit zugezogenen Vorhängen, für Durchzug gesorgt zu haben. So war es auszuhalten! Man muss sich ja, aus dem norddeutschen Tiefland kommend, erst einmal eingewöhnen. Das wird am späten Nachmittag bestimmt besser !!! Also auf die Couch , ein gutes Buch zur Hand, und die Welt war in Ordnung. Um 16.00 ein kurzer Gang auf den Balkon. Booaahhh! Hat da jemand den Strahler noch höher eingestellt?? Da geh ich doch mal schnell zum Abkühlen in den Atlantik. Sandalen anziehen ?? Blödsinn für das kleine Stück. Nach gut 15m hatte ich meine Entscheidung bereut! Nu aber flott beim Sand wird das besser. Nach dem Asphalt schnell über die paar Steine getänzelt, und in den Sand. AAAUUUAAA !!!Da hatte aber jemand die Herdplatte noch viel höher gedreht. Also quasi schon fliegend aber ins Meer. Nachdem der erste Schmerz abgeklungen war und ich die Abkühlung genoss kam die Frage nach dem Rückweg auf. Die war gar nicht so leicht zu beantworten. Also Konzentration aufgebaut, mental den Rückweg schon mal gelaufen, und los geht´s ! Mit schmerzverzerrtem Gesicht endlich auf dem Hof angekommen, aber das war ja noch das Füße abwaschen. Man kann den Sand ja nicht so einfach in das Apartment schleppen, logisch. Also ran an den Außenwasserhahn an dem ein langer Schlauch angebracht war. In Erwartung einer erfrischenden Abkühlung das Wasser aufgedreht und…. Durch solaren Einfluss auf den Siedepunkt gebrachtes Wasser über die verbrannten Sohlen gespritzt. Das hatte ich mir anders vorgestellt! Nun aber schnell wieder auf die Couch und die Wunden lecken! Nachdem langsam eine Beruhigung einkehrte und die Vorstellung sich verfestigte nie wieder im Leben unter kalten Füßen zu leiden, stellte sich ein leichtes Kribbeln auf dem Rücken ein. Vielleicht hätte ich mich doch vorher ein wenig mit Sonnenschutz behandeln sollen Nu ist zu spät. Es pikelte fröhlich vor sich hin, wer schon mal Sonnenallergie hatte kennt das! Also wieder das Buch geschnappt und für Ablenkung gesorgt. Die folgenden Tage unseres Urlaubes waren also klar gegliedert. Morgens vor, und abends zum Sonnenuntergang schön im Meer schwimmen.( Vor allem das Nachtschwimmen ist ehr zu empfehlen, da die Badehose wegelassen werden kann, und es im Mondlicht einfach herrlich ist) Vormittags Besorgungen erlediget, abends mal links, mal rechts herum durchs Tal gelaufen und uns hier und da verlustiert. Tagsüber war Siesta und Buch lesen im beschatteten und durchlüfteten Apartment angesagt. Das klingt zwar im ersten Moment nicht so recht nach Urlaub, aber ich/ wir haben uns super erholt und es war genau der Urlaub der zu Hause geplant war. Mal richtig ausspannen und gar nichts tun. Noch eine paar Anekdoten möchte ich kurz erwähnen.
Am zweiten oder dritten Abend, wir hatten Neumond, haben wir einen Gang zum Engländerstrand gemacht um Sterne zu schauen und den „ lachenden Taucher“ ( Gelbschnabel-Sturmtaucher) zu lauschen. Da ich im Dunkel lieber etwas langsamer gehen als eine Taschenlampe zu benutzen, mussten wir erst eine Weile am Strand herumirren bevor uns auffiel das auch hier Sand wie verrückt angespült worden war. WOW !!Das hatten wir noch nie gesehen. Also so weit wie möglich auf dem Strand vorgetastet und dann umgedreht. Science-Fiction pur !! So muss das wohl aussehen wenn man auf einem anderen Planeten spazieren geht. Die Sterne runter bis zum Horizont, die Milchstrasse klar erkennbar, ringsherum dunkler Sand und große Felsbrocken, dazu die doch sehr fremden Vogelgeräusche. Empfehlenswert !!! Aber lasst bitte Eure Taschenlampen zu Hause. Erstens verblitzt ihr euch eure Augen und die Sicht wird schlechter ( Adaption) Zweitens sind Sturmtaucher, meines Wissensnach, auch ein lichtscheues Volk ( sympathisch und mir sehr nahe! )
Es mag daran liegen das wir zu einer touristisch sehr schwachen Zeit gefahren sind, aber ich habe irgendwie das Gefühl das Tal ist auf dem absteigenden Ast. Auf jeden Fall die kulinarische und musikalische Szene. Sicher, bei Bar Maria wird seid Jahren fast jeden Abend „kanarische Volksmusik“ gespielt, aber ich kann mir das inzwischen nicht mehr länger als 10mim anhören. Gomerlounge hat kaum Auftritte, Jazzbar geschlossen, an der Promenade kein Musiker und abends kein Getrommel zu Sonnenuntergang( aber das ist im Sommer wohl normal). Viele Läden haben dicht, oder sind schwach frequentiert. Vielleicht doch etwas zu viel Pauschaltourismus und Komplettversorgung so das Restaurant etc. nicht mehr so von Nöten sind?? Der große Immobilieninvestmentbau gegenüber von Maria ist fertig, aber irgendwie habe ich nicht den Eindruck das jetzt ein Run auf die Apartments oder Geschäfte darin eingesetzt hat. Ich kann mich natürlich auch täuschen. Ich bin gespannt wohin der Weg führen wird!?
Zum Glück werden wieder einige der landwirtschaftlichen Terrassen genutzt, obwohl nach meiner bescheidenen Meinung auch hier mehr getan werden müsste um den Charme des Tales zu erhalten. Zum Teil wird dies durch Projekte für Arbeitslose durchgeführt. Apropos! Jeden morgen wird im Tal gefegt und gesammelt was das Zeug hält. Unser Dorf soll sauber werden. Das geht sogar so weit das, von den Felsen abgerissene Pflanzenteile etc,. vom Strand gefegt werden. Der Strand ist also ab 9.30Uhr klinisch rein!!! Auf die Idee mal, z.B. den Platz neben der kleinen Kapelle am Dorfplatz von Playa zu bepflanzen, und so das Ambiente aufzuwerten ist aber leider bisher keiner gekommen. Muß ja nicht so gestaltet werden wie die blödsinnigen Inseln in den Verkehrskreiseln. Mit Rasen !!! Der muss ja dauerhaft gewässert werden und passt wohl eher auf einen britischen Roundabout! Ist irgendwie immer witzig von Playa nach Puntilla zu laufen. Rechts wird gefegt was das Zeug hält und links ist „ Trümmerpunk“. Ach ja, und über die , im Winter grünen, Hügel links und rechts vom Tal, ist im Sommer auch jemand mit dem Flammenwerfer drüber gegangen Obwohl mir gesagt wurde das wir eines der wasserreichsten Jahre auf den Kanaren haben
Wer schnorcheln möchte dem kann ich, vorausgesetzt er ist auch Hobbyist wie ich und kein Profi die Felsenkante vor der Yaya-Bar in Playa empfehlen. Die Urlaube vorher war ich immer an der Felsenkante in Vueltas, aber als ich dieses Jahr dort ins Wasser gegangen bin habe ich, beim ersten Blick durch die Taucherbrille einen Schock erlitten. Trübes verschmutztes Wasser von Papierresten duchwabert. Mein erster Gedanke war, schnell raus hier aber es gibt ja Duschen. Bääh!. Wenig Fisch und auf den Felsen unter Wasser keine Seeigel mehr. Aber die sollen ja eh schädlich fürs Ökosystem sein! Na ja, in Playa macht es dann doch mehr Spaß, und die Brandung, die mich im Winter immer abgehalten hat, ist im Sommer absolut kein Problem.
Obwohl es sich hier und da eventuell etwas negativ gelesen hat, war der Urlaub super, und in den letzten Tagen setzte dann doch die Wehmut wieder ein und die Hoffnung auf eine baldige Wiederkehr.
Sandner
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